Warum tu ich mir das an?

Gestern waren wir mit unserem Sohn im Ravensburger Spieleland. Da gibt es ein Ritter Sport Haus. Wie der Name schon vermuten lässt, werden da Ritter Sport Schokoladen verkauft. Alle Sorten die es gibt. Ich hätte draußen bleiben können aber entweder man hat sich im Griff oder lässt es. Also rein in die Bude und Schokolade geschaut. Natürlich haben wir auch ein paar gekauft und während meine Frau und mein Sohn genüsslich Schokolade gegessen haben während ich dankend ablehnte, ging mir unweigerlich eine Frage durch den Kopf. Warum tu ich mir das an?


Solche Momente wird es immer wieder mal geben wenn auch du dich entscheiden solltest die Slow-Carb-Diät durchzuziehen. Das ist übrigens auch die allererste Frage an mich wenn ich Leuten erzähle was ich mache. Warum tust du dir das an? Nicht ganz unbegründet. Verheiratet. Vater. Über 40. Gesund. Nicht dick. Warum also um alles in der Welt soll man sich eines der schönsten Dinge die es gibt, nämlich leckeres Essen, selbst verbieten? Und das auch noch unter diesen Lebensbedingungen? Wem willst du noch etwas beweisen? Na mir selbst! Nur weil ich verheiratet und über 40 bin heißt das was? Dass ich mich gehen lassen kann? So bin ich nicht. Das ist nicht meine Lebenseinstellung. Ich mache Kraftsport schon seit ich 17 Jahre alt bin. Dieser Sport gehört zu mir wie das Frühstück am Morgen. Ohne geht nicht. Und eben weil man auf nichts mehr verzichtet wenn man nicht unbedingt muss, möchte ich zeigen dass es durchaus möglich ist. Aber eben nur wenn man es wirklich will. Da fällt mir ein Zitat aus Batmans Begin ein: Training ist nichts. Der Wille ist alles. Und so ist es tatsächlich. Man muss es wollen. Was der Rest der Welt davon hält ist völlig irrelevant. Und wenn man sich davon verunsichern lässt, ist es besser man lässt es sein und genießt das Essen. Nicht nur einmal in der Woche. Jeden Tag. Auch mehrmals.


Meine Mutter hat mir heute etwas interessantes erzählt. Sie ist Jahrgang 49, also recht kurz nach dem Krieg auf die Welt gekommen. Unvorstellbar aber da gab es Schokolade am Geburtstag, Weihnachten und vielleicht noch an Ostern. Nicht so wie heute. Jeden Tag. Einfach kaufen im Laden um die Ecke. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt verzichten zu müssen. Wenn man keine 4 oder 5 Euro für einen Kuchen ausgeben möchte dann kauft man eben einen Kuchen für 1 Euro aus der "Low Budget" Abteilung. Es wundert dabei nicht dass immer mehr Menschen übergewichtig sind. Das Schicksal der Wohlstandsgesellschaft. Natürlich sind wir dankbar und froh dass es heute nicht mehr so ist wie damals. Alleine schon der Gesundheit wegen wäre es aber nicht verkehrt hin und wieder zu verzichten.


Die Slow-Carb-Diät verbietet einem die Lieblingsspeisen ja nicht für ein halbes Jahr oder so. Das könnte ich ganz ehrlich auch nicht mehr. Dafür liebe ich Süßspeisen einfach zu sehr. Es sind lediglich 6 Tage an denen man eben bewusst verzichtet um einen Tag in der Woche so richtig zu genießen. So werden Speisen und Leckereien wieder etwas besonderes das man früher gar nicht mehr wirklich wahrgenommen hat denn wenn ich jetzt Lust auf eine Pizza habe dann hol ich mir jetzt eine Pizza. Ich finde das sehr interessant und bereichernd und daher ist es nicht mehr nur eine Diät.


Und wie hat sich das Gewicht in dieser Woche entwickelt? Am Dienstag hatte ich mit 85,7 kg den höchsten Wert. Danach ging es runter auf 84,8 kg, 84,5 kg und heute waren es 84,6 kg. Die Definition hat sich ebenfalls stetig verbessert. Ach ja und einen persönlichen Rekord konnte ich heute auch noch verzeichnen. An der geführten Langhantelstange habe ich mit 130 kg zwei Sätze Kniebeugen zu je 10 Wiederholungen geschafft. Auf 45 Grad tief, also Oberschenkel parallel zum Boden. Vor 5 Wochen war nach 4-5 Wiederholungen Schluss. Nächste Woche werde ich mal 140 kg auflegen und schauen wie das klappt. Also von wegen ohne Kohlenhydrate keine Kraft!


Morgen habe ich nach 6 Tagen wieder meinen Cheatday. Ich freue mich darauf. Eh klar. Es gibt wieder Süßes :D Der grobe Plan steht schon. Also dann, frohe Ostern euch allen!

"Kontrolle ist so real wie ein einbeiniges Einhorn das an's Ende eines doppelten Regenbogens pinkelt."

(Mr. Robot 2.0)

Kommentare 2

  • Du hast voll Recht, nicht nur dass wir gewisse Sachen nicht mehr zu schätzen wissen, sondern auch, dass wir uns Abhängigkeiten antrainieren. Freut mich vor allem zum Hören, dass du auch im Training weiter Erfolge hast, bei anderen Diäten geht das ja gewiss nicht. Viele Menschen erdulden eine schlappe energielose Zeit und hoffen dass die Pfunde dann unten bleiben.

    Ich hoffe du hast den Cheatday genossen :)

    • Unser Essverhalten hat sich stark verändert und vor allem Zucker und Fett sind Inhaltsstoffe Nummer 1 in fast allen raffinierten Lebensmitteln. Man beschäftigt sich aber nicht wirklich damit denn nur ein Ziel ist wichtig: ich möchte keinen Hunger haben. Wie ich den Hunger stille ist mir egal aber es muss natürlich gut schmecken. Blöd nur dass Fett und Zucker starke Geschmacksträger sind.


      Energie beim Training ist mir ganz wichtig aber es ist schon interessant wieviel in diesem Bereich schlichtweg Kopfsache ist. Habe ich bis vor der Slow-Carb-Diät immer eine Banane vor jedem Training gegessen weil ich das Gefühl hatte ich habe ansonsten zu wenig Power, geht es jetzt plötzlich auch problemlos ohne. Merkwürdig :/ ^^


      Den Cheatday hab ich natürlich in vollen Zügen genossen und nichts bereut. Dafür bin ich an den anderen 6 Tagen konsequent und esse bis auf das Müsli nichts was laut Liste verboten ist. Darauf bin ich sehr stolz auch wenn es momentan besonders hart ist mit den ganzen Osternestern von den Kids die Zuhause rumstehen und "Iss mich!" schreien :D