Nahrungsergänzung, Süßstoffe und das pöse Insulin

Ich bin zweifellos ein Supplement-Junkie, denn ich habe eine unschöne Schwäche: ich kann kochen nicht leiden ?( Der Aufwand der notwendig ist um etwas leckeres zu kochen nur um es dann binnen weniger Minuten wegzufuttern steht für mich in keiner Relation. Diesbezüglich war ich immer schon faul. Da kommen Nahrungsergänzungsmittel natürlich gerade recht und offensichtlich geht es vielen anderen Menschen genauso denn die Supplementindustrie boomt schon seit vielen Jahren und es gibt zig Anbieter für jedes noch so exotische Mittelchen. Proteinpulver verzehre ich inzwischen schon seit über 20 Jahren, habe unzählige Sorten und Anbieter ausprobiert. Proteinpulver war auch bei jeder Diät die ich in der Vergangenheit gemacht habe Hauptbestandteil. Drei Mal am Tag gab es eine 50 Gramm Portion. Entweder im Müsli, als Shake oder in Topfen - Quark für unsere Leser aus Deutschland - bzw. Naturjoghurt. Einmal am Tag gab es dann noch eine Portion "natürliches" Protein in Form von Fleisch oder Fisch.


Natürlich schmeckt geschmacksneutrales Protein ziemlich bescheiden, somit hatte ich bisher ausschließlich Proteinpulver mit Geschmack. Fixe Geschmacksrichtungen waren Vanille, Schokolade und Erdbeere aber auch Banane, Blaubeere, Himbeere, Weiße Schokolade, Kokos, Cookies & Cream, Schokolade-Nuss und noch einige andere hab ich probiert. Im Durchschnitt stehen meistens 5 Geschmacksrichtungen zur Auswahl. So wurde mir nie langweilig.


Mit der Slow-Carb-Diät von Tim Ferriss habe ich jedoch eine sehr wichtige Erkenntnis gewonnen auf die ich früher eigentlich nie geachtet habe weil es mir nicht bewusst war. Ich wusste zwar dass man bei einer Diät darauf achten sollte Insulinpeaks zu vermeiden und daher habe ich auf Süßes in Form von Süßigkeiten und Süßspeisen verzichtet. Was mir aber nicht klar war ist, dass auch Proteinpulver, insbesondere das von mir favorisierte Whey Protein, eine hohe Insulinspitze verursacht, ganz besonders in Kombination mit Kohlehydrate wie sie beispielsweise im Müsli in Form von Haferflocken vorhanden sind. Dieser Insulinpeak soll laut Artikeln im Web sogar kurzfristig höher sein als bei Weißbrot 8| Ebenfalls gut möglich ist es dass auch Süßstoff eine Insulinausschüttung verursacht. Zwar wurden bisher nur Versuche an Ratten durchgeführt wo dieses Verhalten bestätigt wurde, allerdings könne diese Studie wiederum nicht 1 zu 1 auf den Menschen übertragen werden. Andererseits gibt es keine Studie bei der die Insulinproduktion durch Süßstoff an Menschen untersucht wurde. Warum gibt es keine solche Studie? Vielleicht weil die Industrie kein Interesse am Beweis hat dass Süßstoff kein bisschen besser als Zucker ist? Wir wissen es nicht aber es ist auch nicht bewiesen dass Süßstoff tatsächlich der Heilbringer ist.


Und an dieser Stelle treffen dann gleich zwei fatale Fehler aufeinander. Whey Protein und Süßstoff und das im 3 bis 4 Stundentakt über den Tag verteilt. Ich war mehr oder weniger auf einem Dauerinsulin-Trip :rolleyes: ^^ Es sind sogar Lebensmittel wie Hüttenkäse laut Ferriss verboten obwohl die Inhaltsstoffe eigentlich hervorragend klingen. Grund hierfür ist die erhöhte Insulinproduktion die manche Lebensmittel verursachen können. Und der Schlüssel zum Erfolg der Slow-Carb-Diät und vermutlich jeder anderen Diät auch, ist es einen möglichst gleichmäßigen Blutzuckerspiegel zu halten. Allerdings findet man im Netz auch wieder Artikel die dem Insulin keine so hohe Bedeutung zuordnen da es nicht nur für die Anreicherung von Körperfett verantwortlich sein kann sondern auch für den Transport von Nährstoffen in die Muskeln. Ich muss ehrlich sagen ich habe nicht alles restlos verstanden aber ich habe durch diese Erkenntnis mein Essverhalten völlig geändert. Mit Ausnahme vom Frühstück. Bisher jedenfalls noch. Ich habe das Gefühl die kleine Portion Müsli, Whey Protein und ein Apfel am Morgen tun mir einfach gut. Zwischen der letzten Mahlzeit am Abend und dem Frühstück am nächsten Morgen liegen bei mir mindestens 10 Stunden und daher bin ich der Meinung kann mein Körper das schnell verfügbare Protein und ein wenig Energie durch die Haferflocken und den Apfel ganz gut gebrauchen. Sollte meine Form vor meiner vollsten Zufriedenheit stagnieren, hab ich an dieser Stelle immer noch die Möglichkeit etwas zu ändern. Bisher geht es mir damit aber ganz hervorragend und daher bleibt es noch so.


Was ich aber umgehend geändert habe ist mir geschmacksneutrales Whey Protein zu kaufen. Auch mein BCAA Supplement welches ich während dem Training zu mir nehme, habe ich auf geschmacksneutral umgestellt. Ganz ohne Geschmack geht es zwar nicht aber ich habe die Menge stark reduziert und damit auch den Süßstoff. Somit ist zumindest in diese Richtung schon etwas passiert. Bei den restlichen Mahlzeiten halte ich mich aber streng an die Vorgaben der Slow-Carb-Diät.


Nach vielen Jahren des experimentierens habe ich mich auf ein paar Nahrungsergänzungsmittel beschränkt bei denen ich der Meinung bin dass sie mir einen echten Nutzen bringen. Und das ist meine Supplement-Liste:


- Whey Protein

- Creatin Monohydrat (Creapure)

- L-Glutamin

- BCAA (im Verhältnis 4:1:1)

- Vitamin C

- Zink

- Mineralstoffe


Im späteren Verlauf der Slow-Carb-Diät werde ich dann noch die vier apokalyptischen Reiter wie es Tim nennt, den PAGG Stack ausprobieren. Die "Zutaten" hab ich schon Zuhause. Wie ich schon sagte, ein echter Supplement-Junkie :saint: 

"Kontrolle ist so real wie ein einbeiniges Einhorn das an's Ende eines doppelten Regenbogens pinkelt."

(Mr. Robot 2.0)