Pannonia-Ring Racing

Anreise


Mit dem Autoreisezug ging es über Nacht nach Wien Westbahnhof. Die Schlaferei im ÖBB eigenen Liegewagen war zwar nicht so der Hit aber besser als im Sitzen vor sich hin dösen war es allemal. Dort angekommen hat mich Franz empfangen und mit seinem Rossi-Roller mit zügigem Tempo durch Wien geführt. Soviel Verkehr sind wir Ländler doch nicht gewohnt! Bei ihm Zuhause gab es dann ein herrliches Frühstück aber zuvor musste die Gixxn erst noch auf den Hänger geschnallt werden was sich anfänglich nicht so ganz einfach gestaltete. Wolfi und Norbert haben es dann aber doch noch hinbekommen und so ging es nach dem Frühstück los gen Osten Richtung Pannonien.


     


Pannonia-Ring (Ungarn)


Die Fazer von Wolfi schaut böse aus und ist mit Rizoma Zubehör edel im Geschmack verfeinert. Dennoch wird ihm eine Sache leider doch die Suppe etwas versalzen. Dazu später mehr. Letzte Inspektionen und dB-Killer ausbauen. Viel lauter werden die BOS Endtöpfe dadurch aber nicht. Sehr fein, denn somit ist auch im Straßenverkehr optimaler Sound garantiert. Was wollen uns die beiden bloß mitteilen? Kann jemand Zeichensprache?


   


Das Dröhnen der auf der Zielgeraden vorbei rasenden Maschinen ist ohrenbetäubend ... aber sooooo geil! Todschick die gelben Warnwesten! Wir haben es unseren deutschen Freunden nachgemacht und sind mit Warnweste gefahren. Allerdings nicht freiwillig und nur für die ersten paar Einführungsrunden und zur Streckenbesichtigung mit dem Instruktor. Danach aber wieder schnell weg mit dem Teil.


   


Letzte Instruktionen und dann geht es auch schon auf die Rennstrecke. Anfangs erst mal die Strecke etwas kennenlernen. Bremspunkte ausloten. Schräglage und Reifen testen. Neue Knieschleifer anraspeln. Schon die ersten paar Runden machten Fun ohne Ende!

   


Nach einer Doppelrechtskurve geht es auf die etwa 800 Meter lange Zielgerade. Aus der Kurve mit etwa 150 - 160 km/h ist maximale Beschleunigung angesagt bis zum Ende der Boxenmauer. Danach Anker werfen und von etwa 260 km/h auf ungefähr 130 runterbremsen um die Rechtskurve noch zu erwischen. Ob diese Zahlen 100 %ig stimmen kann ich allerdings nicht garantieren. Auf der Zielgeraden hatte ich den Drehzahlmesser fixiert und beim Bremsmanöver "Boxenmauer Ende! Anker werfen!" im Kopf und den Kurvenausgang der Rechtskurve vor Augen. Einmal war mir ein flüchtiger Blick auf den Tacho möglich: 254 km/h bin ich der Meinung gelesen zu haben. Wolfi ist von seinem Reifen leider überhaupt nicht begeistert und hatte viele Rutscher die ihm die Freude am rasen etwas dämpfte. Der BT-021 ist für die Rennstrecke definitiv nicht zu empfehlen.


   


Bei der GSX-R und dem Dunlop Qualifier RR stimmte das Zusammenspiel hingegen perfekt. Mit dem Knie am Asphalt ging es durch die Kurven. Norbert hat ein paar feine Schnappschüsse gemacht, wenn auch der Fokus nicht immer gestimmt hat. Zurück im Fahrerlager wurden Rundenzeiten geprüft und gefachsimpelt. Von Turn zu Turn wurden die Zeiten besser. Am Ende des Vormittages lag dann meine beste Rundenzeit bei 2:26:988. Noch nicht berauschend aber schon mal nicht schlecht. Bis dahin hatten es immerhin schon zwei aus unserer Gruppe geschafft, ihr Eisen in der Botanik zu parken. Das wollte ich meiner Gixxn natürlich nicht antun. Dafür ist sie viel zu hübsch.


   


Trotz schlechten Reifen gab Wolfi seiner Fazer ordentlich die Sporen und holte das Bestmögliche heraus. Mit geiler Schräglage rein in die Kurve, mit mächtig Druck am Hinterrad raus beschleunigen! Die GSX-R ist in ihrem Element, katapultiert mich buchstäblich in die nächste Kurve. Dieses Wahnsinnsgefühl muss man einfach mal erlebt haben!


   


Am Nachmittag konnte ich dann meine persönliche Bestzeit nochmal unterbieten und fuhr eine 2:26:143 Zeit. Der Dunlop Qualifier RR zeigte für mein Fahrkönnen optimale Performance. Einmal war ich etwas zu früh am Gas da konnte dann wegen zu geringer Auflagefläche und zu brutaler Power der Reifen auch nichts mehr machen und quittierte seinen Dienst mit einem Rutscher der zwar etwas heftig, aber mit handelbarem Feedback war. Ein wirklich feiner Reifen wie auch das Reifenbild zeigt.


   


Für einen kurzen Adrenalinschub sorgte Wolfi als ich ihn kurz vor Ende eines Nachmittagturns neben der Rennstrecke stehen sah. Danach wurde er mit dem Kastenwagen ins Fahrerlager gefahren. Normalerweise werden so nur verunfallte Eisen transportiert. Aber zum Glück konnte Entwarnung gegeben werden. Wolfi hatte schlicht und einfach vergessen zu tanken und so ging ihm auf der Rennstrecke der Saft aus! ^^


 


Performance


Abschließend noch ein paar Action Fotos vom professionellen Pannonia-Fotografen. Am Ende des Tages fand dann noch ein 5-Runden-Rennen statt. Beflügelt durch starke Gegner konnte ich meine persönliche Bestzeit ein weiteres Mal unterbieten und so blieb am Ende eine Zeit von 2:24:249 stehen. Durchaus ein gutes Ergebnis, waren meine Gixxn und ich doch zum ersten Mal in Pannonien und überhaupt auf einer Rennstrecke.


   


Das Erlebte in Worte zu fassen und dieses irre Gefühl rüberzubringen ist schwierig. Wer auf soetwas steht muss es einfach mal selber erleben! Vermutlich erst dann ist meine Begeisterung wirklich nachvollziehbar. Danke auch noch an das super Team Franz, Wolfi und Norbert!


 

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